Die Geschichte von POL&IS

POL&IS wurde ursprünglich von Prof. Wolfgang Leidhold von der Universität Erlangen entwickelt um Weltpolitik zu veranschaulichen.

Das Spiel wurde 1989 von der Bundeswehr gekauft und seit Anfang der 1990er Jahre ausschließlich von den Jugendoffizieren der Bundeswehr, bevorzugt in Schulklassen der Sekundarstufe II, gespielt. Sie entwickelten die Simulation weiter und verfeinern sie.

Im Jahr 2001 erhielt Wolfgang Leidhold, mittlerweile Professor für Politikwissenschaft in Köln, für seine Verdienste den Karl-Carstens-Preis der Bundesakademie für Sicherheitspolitik. Er hat mit seiner Idee wesentlich dazu beigetragen, Sicherheitspolitik transparenter und verständlicher zu machen.

Politik und Internationale Sicherheit
Einmal selbst Minister sein

Was ist POL&IS

POL&IS ist die Abkürzung für Politik & internationale Sicherheit. Dahinter verbirgt sich eine von den Jugendoffizieren durchgeführte sicherheitspolitische Simulation. Die Teilnehmer sind Schülerinnen und Schüler ab der 10. Klasse. Aber auch Studentinnen und Studenten führen regelmäßig die Simulation durch.

Innerhalb der Simulation werden politische, ökonomische und ökologische Aspekte der internationalen Politik berücksichtigt. Ausgehend von von einer vorgegebenen politischen Situation werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer politisch und wirtschaftlich aktiv. Die Handlungsoptionen ergeben sich dabei aus ihrer Rolle. Es werden die UN, die Presse, die Weltbank sowie 11 Regionen abgebildet. In den Regionen sind vier Minister für die politischen Geschicke verantwortlich.

Durch einen Aufbau in Phasen und klaren Aufgabentrennungen wird in vereinfachter Weise der politische, wirtschaftliche und militärische Aufbau der Welt nachgestellt.

Politik erfahren

Die Simulation wird in der Regel innerhalb von 3 - 4 Tagen durchgeführt. Als Spielleiter betreuen die Jugendoffiziere die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in ihren Rollen. Als Tagungsstätten dienen freie Träger oder Bundeswehr-Kasernen. In Absprache mit dem Gruppenleiter wird die Veranstaltung durch die Jugendoffiziere organisiert. Dies umfasst den Zeitraum von der Abholung an der Schule bis einschließlich der Rückfahrt zur Schule.

POL&IS erhebt den Anspruch Politik erfahrbar zu machen. Es zeigt auf, welche regionalen und globalen Folgen falsches Handeln auslösen kann. Es vermittelt den Zusammenhang von Ökologie mit Ökonomie und deren globalen Folgen.

Grundlage ist die Übernahme der jeweiligen Rollenidentität. In selbständiger Arbeit lösen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Krisen und Konflikte in der Simulation. Mit der dort gewonnen Erfahrung kann die Komplexität aktueller politischer Krisen besser durchdrungen werden. Die Bedeutung nachhaltiger und umfassender Sicherheitspolitik wird deutlich.

Weitere Informationen finden Sie in der POLIS-Broschüre, die zum Download bereit steht.

Herausforderung: Sicherheit

Der Wandel
Mit dem Fall der Mauer und dem Schwinden der Konfrontation zwischen dem Warschauer Pakt und der NATO kam es auch zu einem Wandel in der sicherheitspolitischen Lage. Der rein eindimensional und blockorientierte Kalte Krieg wich einer multidimensionalen dynamisch-vernetzten Bedrohung, die in ihrer Komplexität stetig zunimmt. Diese Entwicklung schöpft ihren Wert der Bedrohung aus den Entwicklungen der globalisierten Welt:

  • digitale Kommunikation
  • hohe Mobilität
  • Umweltschäden durch rasches Wirtschaftswachstum
  • Verschlungene Finanzströme
  • regionale Konflikte mit globalen Auswirkungen

Die Kombination aus Ursache-Wirkungs-Relationen begründet die Komplexität der neuen Lage und führt zur Schwächung der uns so gewohnten staatlichen Macht. Die Ökonomie bestimmt das neue Treiben. Dadurch wächst der Einfluß nichtstaatlicher Akteure wie transnationale Konzerne, organisierte Kriminalität und eben Terrornetzwerke.

Entwicklungen
Die nachlassende Ordnungskraft von den Staaten führt zur Zunahme von Kriegen und Konflikten - weltweit dauerhaft instabile Regionen drohen. Die Reaktion auf diese Bedrohung bedarf eines neuen Mixes von robusten Fähigkeiten. Zu berücksichtigen ist, daß es nicht nur eine Bedrohungsform gibt, sondern ein großer Bedrohungskatalog mit verschiedensten geopolitischen Konstellationen und geostrategischen Perspektiven auf uns wartet. Die Welt ist gefordert auf diese neuen Szenarien zu reagieren. Die klassischen Instrumente der globalen Politik gilt es zu überprüfen und den neuen Gegebenheiten anzupassen.

Die UNO in ihrer aktuellen Form ist ein Abbild der Machtverhältnisse des 2. Weltkrieges mit einem erstarkten China am Tisch. Doch wie lassen sich Reformen realisieren? Wie können die Westmächte auf eine sich wandelnde ökonomische Entwicklung, deren Schwerpunkt eindeutig in Asien liegt, reagieren? Wie können die sozialen Errungenschaften der Vergangenheit angepasst und erhalten werden? Welche Maßnahmen sind wirksam, um zwischenstaatliche Kriege zu verhindern und wie kann einer Anarchie der Staatengewalt entgegen gewirkt werden?

Die Teilnehmer der Simulation sind gefordert ihren Weg zu beschreiten in eine Welt, die sie selber gestalten. - Create your own world